AMERICAN FOOTBALL SCHIEDSRICHTER
VEREINIGUNG DEUTSCHLAND

- Schiedsrichterlehrwart -

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Helm BRD

Bulletin Mai 1999

 

Hallo Kollegen,

mit gewohnter Verspätung erscheint die Ausgabe des Bulletins für Mai 1999.

Die ersten Spiele der neuen Saison sind bereits vorüber. Und aus der Erfahrung dieser Spiele möchte ich auf einige Punkte eingehen.

  1. Seid Euch der Konsequenzen bewußt, wenn Ihr eine Flagge werft. Überlegt Euch, ob es die beobachtete Aktion wirklich wert ist, mit einer 15-Meterstrafe geahndet zu werden. Beispiel:
    Einer der tiefen Schiedsrichter kommt zum Referee und berichtet:" Nr. 110, Großkrösedorf, unabsichtliches Face Mask. Das Foul war gegen einen berechtigten Receiver, nachdem der Vorwärtspass unvollständig war."
    Konsequenz: 15-Meterstrafe gegen Großkrösedorf. Warum?? Weil es sich um ein Dead Ball Foul gehandelt hat ( ... nachdem der Vorwärtspass unvollständig war) und alle Dead Ball Fouls werden mit einer 15-Meterstrafe geahndet.
    Nun kann der Leser natürlich sagen: "Hey, warum werden dann nicht nur 5 Meter geahndet und gut is!!" Das hätte man wohl machen können, aber bedenkt, daß bei Eurer Diskussion Spieler genau zuhören und es deshalb zu Protesten kommen kann.

  2. Es macht keinen Sinn, wenn ein Linesman eine Flagge für ein Offside wirft, welches sich auf der Linejudge-Seite ereignet. Der Linejudge hat sicher einen Grund, weshalb er keine Flagge geworfen hat und deshalb sollte auch der Linesman seine Flagge in der Tasche lassen.

  3. Die tiefen Schiedsrichter in einer Siebener-Crew kommen zu früh nach vorne. Der erste Schritt der tiefen Schiedsrichter sollte rückwärts sein und diese Rückwärtsberwegung sollte erst dann gestopppt werden, wenn der Ball dead ist. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Flügelmänner den Forward Progress festgestellt haben.Sind die Flügelmänner nicht in der Lage, den Spot zu nehmen, weil sie durch Spieler oder andere Personen in ihrem Fortkommen behindert wurden, müssen die Tiefen flexibel genug sein und schnell reagieren. Auch die Flügelmänner müssen reagieren, wenn sie erkennen, daß der Tiefe den Spot genommen hat. Sie müssen sich dann um den Ball oder den Ballträger kümmern.

  4. Grundsatz Nr. 1: "Wenn für Dich eine Gefahr besteht, bleibt da weg". Es gibt keinen Grund auf Biegen und Brechen zu einem Out of bounds-Spot zu fliegen und auf dem WEg dort hin über Spieler zu springen. Okay, okay, bisher hatte ich immer gesagt, man soll nicht über Spieler springen, die im Spielfeld liegen, um an den Forward Progress Spot zu kommen. Das gilt natürlich auch für Spieler, die im Aus liegen. Es sieht wohl nichts komischer aus, als wenn ein Schiedsrichter über einen Spieler springt, der sich in diesem Moment erhebt.

Soweit für diesen Monat.


Bis bald

Euer Hans