American Football Schiedsrichter
Vereinigung Deutschland

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Bulletin April 2008

Hallo Kollegen,

wie heißt es so schön? Irren ist männlich.

Und ich habe mich geirrt.

Vielleicht ist irren das falsche Wort. Ich habe etwas fehlinterpretiert.

Es geht um Fumbles im vierten Versuch. Und hier speziell um das gleichzeitige Recovern von gegnerischen Spielern.

Ich möchte auf das Bulletin Januar 2008 zurückkommen.

Wird ein Fumble von gegnerischen Spielern gleichzeitig recovert, wird der Ball durch diese gleichzeitige Recovery dead und gehört dem fumbelnden Team am Dead Ball Spot.

Hier kommt nun die Ausnahme zu Regel 7-2-2e zum Tragen.

Wird der Ball im vierten Down von gegnerischen Spielern gleichzeitig recovert und der recovernde Team A Spieler ist nicht der Fumbler, gehört der Ball zwar dem fumbelnden Team, aber der Ball wird zum Fumble Punkt zurückgebracht. Hier muss dann überprüft werden, ob Team A einen First Down erzielt hat.

Dazu Beispiele:

4. und 1 von B’s 43. A-21 advanct bis zu B's 38. Dort fumbelt er. An B's 35 recovern A-64 und B-32 gleichzeitig den Ball. Regelung: Der Ball wird dead und gehört dem fumbelnden Team. Der Ball wird zum Fumble Spot (B’s 38) zurückgebracht. Da A-21 die Line to Gain erreicht hat, ist es A’s Ball, 1. und 10 von B’s 38, die Uhr startet mit dem Snap (angehalten wegen der gleichzeitigen Recovery).

4. und Goal von B’s 6. A-21 advanct bis zu B’s 4. Dort fumbelt er. In B’s Endzone recovern A-64 und B-32 gleichzeitig den Ball. Regelung: Der Ball wird dead und gehört dem fumbelnden Team. Der Ball wird zum Fumble Punkt zurückgebracht. Da A-21 die Line to Gain (B’s Goalline) nicht erreicht hat, übernimmt Team B den Ball „on downs“; B’s Ball, 1. und 10 von B’s 4, die Uhr startet mit dem Snap.

4. und Goal von B’s 6. A-21 advanct bis zu B’s 4. Dort fumbelt er. In B’s Endzone recovern A-21 und B-32 gleichzeitig den Ball. Regelung: Der Ball wird dead und gehört dem fumbelnden Team. Da A-21 der Fumbler ist, gehört der Ball Team A am Dead Ball Spot. Da dieser in B’s Endzone liegt, hat Team A einen Touchdown erzielt. 6 Punkte für Team A, A’s Ball, Try von B’s 3.

Ich hoffe, Ihr könnt meinen Fehler verzeihen.

In der letzten Woche hat mich erneut die Diskussion über die Vollständigkeit oder die Illegalität der Spielerausrüstung erreicht.

Da wird eine einheitliche Regelung angemahnt.

Eigentlich ist eine Regelung gar nicht nötig, da wir unsere Regeln haben.

Und wir sollten uns daran halten.

Es wird zwar den einen oder anderen geben, der gerade die Ausrüstungsregeln etwas großzügiger auslegt, aber solange wir etwas tun, kann uns niemand einen Vorwurf machen.

Und jeder wird sich selbst ein Bild davon machen können, wie viel Aussagen von Spielern getraut werden darf.

„Hey, Schiri, letzte Woche durfte ich noch damit spielen und jetzt soll es verboten sein, das Trikot mit doppelseitigem Klebeband auf das Schulterpad zu kleben??“ Oder

„Wie, das ist ein öliger Stoff, ist doch nur Silikonspray.“ Oder

„Die Hose ist nicht zu kurz, meine Beine sind nur zu lang.“

Die Spieler wissen ganz genau, was sie falsch machen. Und sie wissen, dass sie aus dieser Nummer nicht so einfach rauskommen.

Das Ganze kann man manchmal mit Fahren auf einer Autobahn vergleichen.

Wenn sie beim Falschfahren erwischt werden, suchen sie sich so genannte Notausfahrten und die lauten in etwa so, wie oben angeführt.

Diese Ausreden (Ausfahrten) dürfen nicht zugelassen werden.

Denkt bitte daran, liebe Kollegen, Ihr seid nicht diejenigen, die schuld daran seid, dass Ihr den einen oder anderen Spieler erwischt habt.

Lasst Euch nicht instrumentalisieren. Lasst Euch nicht gegenseitig ausspielen.

Ihr tragt keine Schuld. Ihr bewegt Euch im Rahmen der Regeln und jeder Spieler unterschreibt auf seinem Passantrag, dass er die Regeln kennt.

Setzt Euch durch.

Ein Spieler, dessen Knie total frei ist, spielt nicht. Auch das „lang ziehen“ vor dem Spiel darf nicht durchgelassen werden.

Wenn der Head Coach es zulässt, dass dieser Spieler so auf das Spielfeld kommt, verliert sein Team ein Timeout. Hat sein Team keine Timeout mehr, mündet das in eine 5-Meterstrafe.

Es wird Euch der Makel der „Kleinkariertheit“ vorgeworfen.

Doch das darf Euch in Euren Entscheidungen nicht beeinflussen.

Wenn Ihr den Head Coach vor dem Spiel auf die Legalität, bzw. die Vollständigkeit der Ausrüstung seiner Spieler ansprecht und er Euch antwortet, dass alles in Ordnung ist, muss er sich über die Konsequenzen bewusst sein.

Ich weiß, dass diese Worte nicht unkommentiert hingenommen werden. Aber wenn Ihr Euch auf dem Feld einig seid, kann niemand Euch einen Vorwurf machen.

So viel für diesen Monat (auch wenn der schon fast vorbei ist).

Euer Hans