American Football Schiedsrichter
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Hans Lämmerhirt - Diepensiepen 3 c - 40822 Mettmann
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Bulletin Februar 2008

                                                                                        

Hallo Kollegen,

in den letzten Tagen haben mich zahlreiche Emails erreicht, die die Regeländerungen für die kommende Saison betreffen.

Deshalb hier noch einmal einige Erklärungen:

Ich liebe es, alte Zöpfe abzuschneiden. Besonders dann, wenn es die Regeln betrifft.

Ein solcher alter Zopf ist folgender:

„Unsportliches Verhalten ist ein Live Ball Foul, das als Dead Ball Foul geahndet wird.“

Für den Grundsatz der Regel 9-2-1a trifft das ja auch zu.

Es gibt aber auch Fouls, bei denen das Zeichen „unsportliches Verhalten“ (S27), angezeigt wird, die aber keine Fouls im Sinne der Regel 9-2-1a sind.

Da ist zum Beispiel der Kicker, der vortäuscht, er wäre gerought worden (9-1-3b).

Oder (und nun der Brückenschlag zu den Änderungen für 2008) der Defense-Spieler, der, bei dem Versuch einen Kick zu blocken, zu schlagen oder zu fangen, von einem Teammitglied erhöht, hochgehoben, herumgewirbelt oder gedrückt wird (9-3-5b-3). Dieses Drücken bezieht sich auf Defense Spieler, die Defense Linemen von hinten in Offense Linespieler hinein drücken. Das Drücken enthält ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential für die Offense Linemen und besonders für den Snapper, der, wie wir wissen, zu den verteidigungslosen Spielern gehört, wenn er sich auf den Long Snap konzentriert hat.

Hervorzuheben ist noch die Tatsache, dass für die Beschränkungen der Regel 9-3-5b auch tatsächlich ein Kick durchgeführt werden muss. Geht der Snap daneben und es kommt zu einem „broken play“, gelten diese Einschränkungen nicht.

Verursacher solcher Fouls unterliegen nicht der Forderung der Regel 9-2-1a-Strafe, wonach ein Spieler, der in einem Spiel zwei unsportliche Verhalten begangen hat, disqualifiziert wird.

Um unangenehme Fragen eines gegnerischen Head Coaches zu vermeiden sollten Referees bei den o. a. Fouls zwar S27 anzeigen, aber nicht „unsportliches Verhalten“ ansagen, sondern eher beschreiben, was sich zugetragen hat. Zum Beispiel:

„Foul #9, Offense, der Kicker täuschte vor, er wäre gerougth worden“ oder „Foul #67, Defense, bei dem Versuch einen Kick zu blocken drückte #67 regelwidrig ein Teammitglied in einen Offense Lineman“.

Eine weitere Regeländerung könnte zu Diskussionen führen. Es betrifft die Länge eines Team Timeout (3-3-7b, 3-3-8). Ein Head Coach kann entscheiden, ob „sein“ Team Timeout 30 oder 60 Sekunden dauern soll.

Wenn er das Timeout aus taktischen Gründen genommen hat, um die Uhr anzuhalten, dann kann er das herkömmliche Timeout verkürzen. Er muss dazu nach dem Verlagen des Timeout mit seinen Händen seine Brust berühren. Dadurch weiß der Referee, dass dieses Timeout 30 Sekunden dauern soll. Nach Ablauf der 30 Sekunden informiert der Referee beide Teams, dass weiter gespielt werden soll. Nach fünf Sekunden gibt der Referee das Spiel frei und die 25-Sekundenuhr wird gestartet. Entscheidet sich ein Head Coach für das 30-Sekunden-Timeout, darf die Gesamtlänge dieses Timeout 60 Sekunden nicht überschreiten ((Team Timeout (30 Sekunden) + Benachrichtigung durch den Referee (5 Sekunden) + 25-Sekundenuhr (25 Sekunden) = 60 Sekunden).

Für die Bedienung der Uhr dürften sich ja eigentlich keine Probleme ergeben, weil es zu unseren „alten“ Regeln bezüglich dem Starten der Uhr zurückgegangen ist.

Offensichtlich gibt es da aber doch noch einige Schwierigkeiten.

Das folgende Beispiel belegt dies.

4. und 4 von A's 30. QB A-12 nimmt den Snap an und übergibt den Ball am A-45. Dieser advanct bis zu A's 33, wo er zu Boden gebracht wird. Beim Snap befand sich B-99 in der neutralen Zone. Regelung: DOF, A's Ball, 1. und 10 von A's 35, die Uhr startet mit dem Snap.

Aus welchem Grund wurde die Uhr in diesem Beispiel angehalten? Sie wurde angehalten, um Team B offensichtlich einen First Down zuzuerkennen, weil es Team A nicht geschafft hat, die Line to gain zu erreichen. Wenn die Uhr angehalten wurde, um Team B einen First Down zuzuerkennen, dann startet die Uhr mit dem Snap. Es spielt keine Rolle, ob Team A, wie in dem o. a. Beispiel durch die Strafe einen First Down bekommt.

Wenn ihr Zweifel habt, fragt Euch, hat Team A die Line to gain erreicht?

Wenn ja, dann startet die Uhr beim nächsten Down mit der Ballfreigabe.

Wenn nein, dann startet sie mit dem Snap, egal, wer beim nächsten Down den Ball ins Spiel bringt.

Der Status der Uhr bei Beginn des Down, in dem irrtümlich abgepfiffen wurde, muss wieder hergestellt werden.
Das bedeutet, wenn die Uhr lief, dann startet sie mit der Ballfreigabe; wenn sie stand, dann mit dem Snap.
Da die Spielzeit ja auch zurückgestellt wird, wird wieder alles so hergestellt, wie vor dem betreffenden Down.
Das heißt, es gibt dann auch keinen Nachteil für die Teams.

Folgendes Beispiel:

1. und 10 von B's 30. Die Uhr wurde bei 1:30 angehalten, weil Team A inbounds einen First Down erzielt hatte. Der Ball wird freigeben und die Uhr startet. A-30 erhält den Ball, advanct bis zu B' 28 und fumbelt. Während der Fumble auf dem Boden rollt, pfeift der LJ irrtümlich ab. Die Uhr steht nun bei 1:00.
Regelung: entweder Wiederholung des Down, A's Ball, 1. und 10 von B's 30, die Uhr wird auf 1:30 zurückgestellt und startet mit der Ballfreigabe oder A's Ball, 2. und 8 von B's 28, die Uhr startet (bei 1:00) mit der Ballfreigabe, da sie wegen dem irrtümlichen Abpfeifen angehalten wurde.

Für alle Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Beachtet bitte meine geänderten Kontaktdaten.

Euer Hans