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American Football Schiedsrichter Vereinigung Deutschland Bundesschiedsrichterlehrwart Hans Lämmerhirt (lehrwart<at>afsvd.de) |
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Bulletin November 2007
Hallo Kollegen,
nachfolgend sind die Regeländerungen für die Saison 2008 aufgeführt und erklärt. Es wurden noch weitere Änderungen (Regeländerungen, editorische Änderungen und Änderungen der anerkannten Regelungen) vorgenommen, die aber den Spielbetrieb in der BRD nicht betreffen. Diese Änderungen können dem aktuellen Regelwerk, „Regeln und Interpretationen 2008“ entnommen werden.
Vorwort:
Durch die letztjährigen Änderungen, die Spielzeit betreffend, sollte die Gesamtlänge eines Spieles, die in den USA nicht selten vier Stunden überschritt, verkürzt werden. Die Änderungen hatten in sofern Erfolg, dass die Gesamtlänge des Spieles zwar verkürzt wurde, aber gleichzeitig den Teams auch Spielzeit und damit Spielpraxis genommen wurde. Pro Spiel wurden zwischen 20 und 25 Plays (Spielzüge pro Team) weniger gespielt. Das gefiel den meisten Head Coaches nicht und deswegen wurde das Regelkomitee mit erneuten Änderungswünschen konfrontiert. Das Regelkomitee versuchte dem Rechnung zu tragen. Gleichzeitig wurden weitere Maßnahmen zur Einsparung der Gesamtlänge überdacht. Es wurde überlegt, dass es häufig Spielzüge gab, in denen die Spielzeituhr nicht läuft. Solche Spielzüge ereignen sich beispielsweise bei Kickoffs, die ins Aus gehen. Der Free Kick wird teilweise wiederholt, ohne das die Uhr gestartet wurde. Trotzdem vergeht (Tages)Zeit. Diese Zeit wollten das Regelkomitee versuchen einsparen. Deshalb wurden für Team B Anreize geschaffen, dass Wiederholungen von Free - oder Scrimmage Kicks vermieden werden. Als solche Anreize gelten die Strafdurchführungen für Team A Fouls während Free- , bzw. Scrimmage Kicks. Team B hat die Möglichkeit zu wählen, eine entsprechende Strafe von dem Punkt ahnden zu lassen, an dem der anschließende Dead Ball zu Team B gehört. Weitere Erklärungen finden sich in den Regeländerungen.
Regel 3-1-1
Der Coin Toss beginnt, wenn die Team-Captains die Neunmetermarkierungen verlassen und endet, wenn die Captains zu den Neunmetermarkierungen zurückkehren.
Grund:
Die Regeländerung verdeutlicht, wann der Coin Toss beginnt und wann er endet. Das soll unnötige Konfrontationen zwischen den Teams verhindern.
Regel 3-2-2i
Diese Regeländerung bezieht sich auf irrtümliches Abpfeifen. (i) Wenn während eines Down versehentlich abgepfiffen und der Down gemäß Regel 4-1-2b wiederholt wird, soll die Spielzeit, der Status der Spielzeit- und der 25-Sekundenuhr zurückgestellt werden auf den Stand vor dem Down, in dem versehentlich abgepfiffen wurde.
Grund:
Das erlaubt den Schiedsrichtern, verloren gegangene Spielzeit wieder auf die Spielzeituhr zurück zu bringen.
Regel 3-2-5
Nach einem Free Kick muss die Spielzeit-Uhr gestartet werden, wenn der Ball im Spielfeld legal berührt wird oder die Goalline überquert, nachdem er von einem Team B-Spieler legal in dessen Endzone berührt wurde. Sie wird anschließend angehalten, wenn der Ball gemäß den Regeln dead wird.
Grund:
Das geht zurück auf die in 2006 benutzen Regeln. Durch die in 2007 angewandte Regel, bei der die Uhr durch den Kick gestartet wurde, wurden gerade am Ende der ersten Halbzeit oder zu Ende des Spieles schwierige Situationen verursacht. Die Regel brachte nicht den erwünschten Erfolg.
Regel 3-2-5e
Wenn Team B ein First Down zuerkannt wird, wird die Uhr angehalten und startet mit dem Snap.
Grund:
Das geht ebenfalls zurück auf die 2006 angewandte Regel. Durch die letztjährige Regeländerung wurden ungefähr 16 Downs und ungefähr 15 Minuten Spielzeit eingespart. Das Komitee glaubt, dass durch diese Einsparung den Spielern zuviel Spielzeit genommen wurde.
Regel 6-1-1
Soweit sie nicht durch eine Strafe verschoben wird, ist die Restraining Line des Kicking Team die eigene 30-Meterlinie.
Grund:
Diese Änderung soll für mehr Kickoff Returns und damit für mehr Aktionen sorgen. Diese Änderung wird etwa eine Minute Gesamtspielzeit einsparen und einen Spielzug ohne Aktionen eliminieren (Touchbacks).
Regel 6-1-2:
Nach dem zweiten Satz bezüglich Kickoffs wird folgendes hinzugefügt:
„... zwischen den Inbounds Linies. Der Referee soll den Ball freigeben, wenn der Umpire dem Kicker den Ball übergibt. Nach der Ballfreigabe ...“
Grund:
Diese Regeländerung soll etwas Zeit einsparen, wenn der Kicker den Ball erhält. Wenn der Kicker den Ball bekommt, hat er 25 Sekunden, um zu kicken. Das wird etwa zwei Minuten an der Gesamtspielzeit einsparen.
Regel 6-2-1 Strafe:
Die Strafe für einen Free Kick ins Aus wird geändert auf fünf Meter vom Previous Spot oder das Receiving Team erhält den Ball 35 Meter jenseits Team A’s Restraining Line.
Grund:
Diese Änderung steht in Verbindung mit der Veränderung des Kickoff-Punktes zur 30-Meterlinie. Das Komitee hat entschieden, dass die Strafe für den Free Kick ins Aus an der 35-Meterlinie (oder 35 Meter jenseits des Punktes, von dem er gekickt wurde). die Teams haben auch die Möglichkeit, das Kicking Team fünf Meter zurückzuschicken und erneut zu kicken.
Regeln 7-1-3, 7-1-4, 9-2-1. 9-3-3a
Team A Fouls während allen Kicks können vom Previous Spot oder dem Succeeding Spot geahndet werden.
Grund:
Diese Änderung erlaubt die Ahndung von Strafen des Kicking Teams am Ende eines Runbacks. Diese Änderung soll etwa zwei Minuten an der Gesamtspielzeit einsparen, je nach dem, wie häufig die Änderung während eines Spieles angewandt wird.
Regel 9-3-5b-3
Defense Spieler dürfen nicht „von einem Teammitglied angehoben, erhöht, herumgewirbelt oder gedrückt werden.“
Grund:
Diese Änderung beabsichtigt, das Blocken bei Extrapunkten oder Fieldgoals zu entschärfen, wenn Defense Linemen durch andere Spieler von hinten geschoben werden und dadurch gefährliche Situationen für die blockenden Kicking Team Linemen entstehen. Diese Art des Blockens wird immer häufiger angewandt und das Komitee glaubt, das dadurch eine ernste Gefahr für die Sicherheit der Spieler entsteht.
Diese Übersicht der wichtigsten Änderungen gibt es auch als PDF-Datei.
Gruß
Hans