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Bulletin Januar 2007 |
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Hallo Kollegen,
nach langer Zeit mal wieder ein Bulletin und es beschäftigt sich auch mit der Zeit. Und zwar mit den Regeländerungen zu 3-2-5.
Um es vorab zu verdeutlichen:
Für das Starten der Uhr wird es in der Saison 2007 zwei Änderungen gegenüber der letzten Saison geben:
Die erste Änderung dürfte keine Probleme bereiten, da diese Regelung bereits vor Jahren angewendet wurde, allerdings nur außerhalb der letzten beiden Minuten einer Halbzeit. Jetzt gibt es diese zeitliche Einschränkung nicht mehr und die Uhr startet bei jedem Free Kick mit dem Kick.
Die zweite Regeländerung und ihre Anwedung ist deutlich weitreichender, unlogisch, eventuell ungerecht, aber nicht komplizierter.
Aber zur Erklärung muss ich etwas weiter ausholen.
Das Starten der Uhr ist abhängig von dem Grund, aus welchem sie gestoppt wurde.
Im Regelwerk (3-2-6 und 3-3-2) ist festgelegt, wann die Spieluhr zu stoppen ist. Und in Regel 3-2-5 ist genau zugeordnet, wann sie dann mit der Ballfreigabe oder dem Snap wieder zu starten ist. Dabei ist zu beachten, dass die Uhr aus mehreren Gründen gestoppt werden kann. Wenn verschiedene Gründe unterschiedliches Starten der Uhr vorsehen, "geht Snap vor".
Anfang 2006 hatten nun die amerikanischen Regelgestalter mal wieder beschlossen, die Spielzeit zu verkürzen. Im Nachhinein war es wohl die Intention, nach einem Ballbesitzwechsel, wenn Team B den Snap auch wirklich ausführen soll, die Uhr für Team B bereits mit der Ballfreigabe und nicht erst mit dem Snap zu starten. Leider versäumte man es, dies so deutlich zu formulieren.
Das Ergebnis waren seitenlage Diskussionen in verschiedenen Foren, ohne zu einer verbindlichen Auslegung zu gelangen.
Rom Gilbert, geschätzter Dozent und verantwortlich für eine anerkannte Schiedsrichter-Site im Internet, setzte die Regeländerungen in zahlreichen Beispielen konsequent um. Rogers Redding, Herausgeber einer jährliche erscheinenden Beispielsammlung formulierte eine andere Auslegung, Die Diskussion blieb trotzdem.
Dann erschien am 24.08.2006 endlich von offzieller Seite eine Auflistung mit Spielsituationen, wie die neuen Regeln anzuwenden sind. Diese Beispiele widersprachen nicht nur den Interpretationen genannter Personen und der Auslegung anderer Schiedsrichter, sondern auch den bereits veröffentlichten NCAA-Regeln. So wurden auch diese kurzerhand geändert. Für Deutschland kamen die Änderungen kurz vor Fertigstellung des Regelbuches und konnten noch berücksichtigt werden. Aber eindeutig und logisch sind die Regeln somit noch lange nicht.
Kern der Diskussion sind nicht die Situationen, in denen Team B den Ball nach Ballbesitzwechsel auch snapt. Dann startet die Uhr mit der Regeländerung immer mit der Freigabe.
Diskutiert wird lediglich das Starten der Uhr, wenn Team B den Ball ins Spiel bringen könnte, aber eine angenommmene Strafe dies verhindert.
Zum Beispiel: Team A erreicht mit einem Lauf die Line to Gain nicht, aber Team B war im Offside und mit dieser Strafe reicht es für den neuen First Down. Ein Grund die Uhr zu stoppen ist es, Team B einen First zuzuerkennen und den Ball zu geben. Also sollte mit der Regeländerung die Uhr dann mit der Freigabe startet. Dem ist aber nicht so.
Die Absicht der Regelmacher ist es, nur wenn Team B den Ball auch wirklich snapt, die Uhr mit der Freigabe zu starten. Sonst bleibt alles beim Alten. Im obigen Beispiel startet die Uhr mit dem Snap.
Analog wenn Team B eine Passbehinderung begeht und den Ball abfängt. Die Uhr startet wie nach alter Regel mit dem Snap, weil Team B wegen des Fouls nicht snapen wird und Team A in Besitz bleibt.
Die geänderte Regel 3-2-5-e müsste also wie folgt gelesen und interpretiert werden:
Wenn Team B ein First Down zuerkannt wird, wird die Uhr angehalten und startet mit der Ballfreigabe, wenn Team B den Ball snapt, sonst mit dem Snap. (Ausnahmen: Nach einem Team-Timeout und dem folgenden Down nach dem Ende einer Periode.)
Wie oben bereits geschrieben: Nur wenn Team B den Ball snapt, startet die Uhr mit der Freigabe, sonst bleibt es beim Alten.
Die Regeländerung erscheint zusätzlich ungerecht, wenn man folgende zwei Spielsituationen, frei nach Hans, betrachtet.
Team A liegt nach eigenem TD immer noch knapp zurück und führt einen erfolgreichen Onside Kick durch. Die Uhr startet mit dem Snap.
Team B liegt nach einem gegnerischen TD knapp zurück und erhält nach dem Kick den Ball. Jetzt startet die Uhr bereits mit der Freigabe. Team B müsste ein Timeout nehmen, um die Uhr zu stoppen.
Abschließend möchte ich noch auf einen Fehler im deutschen Regelwerk hinweisen.
In den Strafen zu 7-1-3-b und 7-1-4-b steht: "...(geplante Fieldgoalversuche ausgenommen)...".
Es muss heißen: "...(Fieldgoalspiele ausgenommen)..."
Alles Gute im neuen Jahr und bis bald
Frank