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AMERICAN FOOTBALL
SCHIEDSRICHTER - Schiedsrichterlehrwart - Hans Lämmerhirt - Rathelbeckstr.
264 - 40627 Düsseldorf |
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Hallo Kollegen !!!
Im letzten Bulletin habe ich Euch ja mitgeteilt, dass ich zur Sitzung
des NCAA Regelkomitees eingeladen wurde.
Am Samstag, den 10. Februar trat ich voller Erwartungen die lange Reise nach Savannah an, die mir mein Landesverband ermöglicht hat.
Nach insgesamt 15 Stunden erreichte ich mein Ziel und erholte mich erst einmal von der Reise.
Da Savannah nicht gerade eine Weltstadt ist, hat man die Sehenswürdigkeiten schnell angeschaut. Daher konnte ich mir am Sonntag den 2. Spieltag der XFL anschauen. War auch sehr interessant.
Am Montag, den 12. Februar fand ich mich um 08.00 Uhr in der 15. Etage des De Soto Hilton Hotels ein.
Dort traf ich neben den, im NCAA Regelbuch abgebildeten Regelkomitee auch Coaches der verschiedenen College Divisionen, Supervisor (Schiedsrichter Obmänner) einiger Konferenzen, wie ACC, Big Ten, WAC, Big East und SEC, den NFL Supervisior of Officials Mike Pereira und seinen Vorgänger Jerry Seeman, Mitglieder des Regelkomitees der NF (National Federation), also dem High School Bereich, einem Vetreter der National Athletic Trainers' Association (Physiotherapeuten), einem Vertreter der NOCSAE (Planung und Überwachung von Ausrüstungen), zwei Vertretern aus Japan, insgesamt 30 Personen an.
Nach der Vorstellungsrunde sprach Max Urick als Vorsitzender des Komitees einige einleitende Worte und übergab an John Adams, dem Regelguru der NCAA.
Dieser führte aus, dass insgesamt 42 Spiel,- bzw. Regelsituationen an die NCAA zur Entscheidung eingereicht wurden.
Er ging danach auf die Regeländerungen 2000 ein und führte anschließend einige Statistiken an.
So fanden in der NCAA I-A Division 638 Spiele
statt, bei denen z. B. durchschnittlich mehr Downs gelaufen als
geworfen wurden (39,5 zu 31,5).
Dabei wurden jedoch mehr Pass Yards (216,2) erzielt und 1,22
Interceptions geworfen.
Es gab pro Spiel 5,6 Punts und die Erfolgsquote bei Fieldgoalversuchen lag bei 67,4%. Durchschnittliche wurden 7,2 Strafyards pro Spiel verhängt.
Von da aus ging es zu den Fouls, bei denen das Halten der Offense, False Start, Offside, Defense Passbehinderung und Late Hit die gängigsten waren.
Die Spiele dauerten zwischen 3:31 in der Big Ten und 3:04 in der Southern Conference bei im TV übertragenen Spielen und bei 3:17 in der PAC10 und 2:57 in der ECAC.
Insgesamt fanden bei 33 Spielen eine Verlängerung statt (20 mit einer, 11 mit zwei und 2 mit drei Zusatzperioden). Das Team mit der ersten Wahlmöglichkeit gewann in 22 Fällen. Alle Gewinner der Münzwahl bei der Verlängerung wählten als erstes die Defense.
Danach gab der Sekretär der NCAA, Scott Deitch, einen kurzen Überblick über die von einigen Schulen geforderten Ausnahmen zu den durchsichtigen Eye shields.
Unter anderem wurde von einem Studenten eine Ausnahme verlangt, die medizinisch begründet war. Diese medizinische Begründung wurde allerdings von einem Onkel des Betreffenden gefertigt, der Hals-Nasen-Ohrenarzt war.
Anschließend kam der Vertreter der National Athletic Trainers' Association zu Wort. Er gab eine Übersicht über die von den Spielern erlittenen Verletzungen. Hierbei stellte sich heraus, das die meisten Verletzungen sich beim Frühjahrstraining ereigneten.
Er führte weiterhin aus, dass die meisten Verletzungen in einer Gehirnerschütterung resultierten.
Danach kam der Vertreter der NOCSAE zur Wort.
Er erklärte, welche Anstrengungen unternommen wurde, gerade die zuvor erwähnten Gehirnerschütterungen zu vermeiden. So wurden u. a. neue Systeme getestet, durch die die Wucht der Helm zu Helm Kontakte gemindert werden könnten. Man hat dafür spezielle Dämpfer für die Befestigung der Helmgitter erfunden, um die Wucht des Aufpralls besser auf den Gesamthelm zu verteilen.
Nach einer kurzen Pause stießen zwei Vertreter vom Fernsehsender ESPN zu der Runde.
Diese machten sich für Instant Replay, eine Umpcam und Kameras in den Goalline-Pylonen und der Stange der Meterkette stark.
Nach einem kurzen Video wurde das Wort an den Vertreter der Coaches Vereinigung, AFCA, übergeben. Dieser gab eine Übersicht über einige Vorschläge zu Regeländerungen und was die Coaches davon hielten.
Hiernach kamen der Direktor der Schiedsrichtervereinigungen, John Parry, zu Wort.
Nach ihm war Jerry Seeman, der scheidende Direktor der NFL Schiedsrichter an der Reihe. Dieser erklärte, wie mit einige NFL-typische Regeln, die Gesamtspielzeit in der NCAA gekürzt werden könnte. Doch dazu später.
Hier wurde eine Mittagspause eingelegt, die Gelegenheit gab, mit einigen Anwesenden einige Worte zu wechseln.
Nach der Pause stellte sich die NF High School Federation vor und erklärte die kommenden Regeländerungen im High School Bereich.
Danach folgte der texikanische Vertreter der dortigen Universitäten und anschließend stellte sich die japanischen Footballvereinigung (FOA Japan) vor.
Scott Deitch stellte dann noch eine Liste mit den häufigsten Fouls der britischen Footballvereinigung vor und letztendlich hatte ich die Gelegenheit den AFVD und die AFVSD vorzustellen.
Danach waren einige Anwesende über die Vielzahl der deutschen Vereine, Spieler und Schiedsrichter überrascht.
Besonders lustig fand ich, dass im Vorjahr der britische Vertreter angegeben hatte, dass Deutschland mit 70 Vereinen an der Spitze Europas stände, während die tatsächliche Zahl bei 228 Teams liegt.
Hiernach gab John Adams einen Überblick über die Arbeit eines Subkomitees und über die Ausrüstungen der Spieler in der Saison 2000.
Anschließend wurde eine Liste mit Vorschlägen zu den Regeländerungen für 2001 vorgelegt. Das Hauptaugenmerk des Regelkomitees lag für das kommende Jahr im Bestreben, die Gesamtspielzeit von durchschnittlich mehr als drei Stunden zu verkürzen.
Darunter befanden sich Vorschläge wie, beispielsweise Starten der Uhr mit der Ballfreigabe, nachdem ein Ballträger ins Aus gelaufen war oder nachdem der Ball nach einem unvollständigen Vorwärtspass am Previous Spot plaziert worden ist und Beschränkung der Team Time outs auf 30 Sekunden, wenn das Time out nur deshalb genommen wurde, um die Uhr anzuhalten.
Der nun folgenden Diskussion der einzelnen Punkte folgte eine Abstimmung aller Anwesenden bezüglich der Vorschläge.
Nachdem zehn Vorschläge abgehandelt waren, wurde der erste Tag beendet.
Der nächste Tag setzte sich mit der Abstimmung der Vorschläge fort und dauerte bis zum Mittagessen.
Nach Beendigung der Liste wurden Vorschläge aus den Reihen der Anwesenden diskutiert und abgestimmt.
Danach wurde ein Video gezeigt, welches unsportliches Verhalten verdeutlichen sollte. Dieses Video wurde in allen Schulen und Universitäten der NCAA gezeigt, damit sich die Spieler entsprechend verhalten sollten.
Dem Video schloß sich eine Diskussion und Ausarbeitung von Vorschlägen an, wie das unsportliche Verhalten besser bekämpft werden kann.
Darüber endete dann auch die Sitzung und der zweite, interessante Tag ging zu Ende.
Leider durfte ich am anschließenden Vormittag nicht an der abschließenden Sitzung des Regelkomitees teilnehmen, aber die beiden ersten Tage allein rechtfertigten die lange Anreise und den kurzen Aufenthalt.
Ich habe einige interessante Menschen kennen gelernt, die alle eine gemeinsame Leidenschaft haben. Das ließ sich sowohl aus den Gesprächen mit den Coaches, als auch mit den anwesenden Schiedsrichter Obmännern heraus hören. Da ich mit einigen die Adressen ausgetauscht habe, hoffe ich auf einen regen Gedanken- und Informationsaustausch in den nächsten Monaten.
Mittlerweile sind die Regeländerungen für die NCAA Saison 2001 und damit für unsere Saison 2002 durch die NCAA veröffentlicht worden.
Da aber unsere Saison erst beginnt, möchte
ich alle bitten, mit der Diskussion dieser neuen Änderungen zu
warten, bis unsere Saison beendet ist, um eine Vermischung alter,
neuer und zukünftiger Regeln zu verhindern.
Soweit für diesen Monat.
P. S.:
Für Fragen, Kritiken und / oder Anregungen habe ich immer ein
offenes Ohr, bzw. einen offenen Mailordner.
Bis dann