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Hallo Kollegen !!!
Fehler einzugestehen fällt sicher schwer. Das
geht nicht nur uns Schiedsrichtern so.
Aber wir sind nun mal Menschen und als solche machen wir Fehler. Das
gesteht zwar nicht jeder gerne ein, aber vor Fehler ist niemand
gefeit.
Da überwacht man den Ballträger, läßt ihn
für einen Augenblick aus den Augen (z. B. um auf den eigenen Weg
zu achten), sieht ihn fallen und pfeift ab. Gerade als der schrille
Laut die Pfeife verläßt, erkennt man den freien Ball, der
sich zwei Meter von dem gestürzten (ehemaligen) Ballträger
entfernt befindet und von der Defense begraben wird.
Hier hilft es jetzt nichts, auf Biegen und Brechen den "Forward
Progess" verkaufen zu wollen.
Da auch andere (Kollegen und Spieler) das Geschehen beoabachtet
haben, ist es klar, dass zu früh abgepfiffen wurde und der
Referee gibt die entspechenden Optionen an das Team, welches zuletzt
in Ballbesitz war.
Solche oder ähnliche Fehler ereignen sich nun mal während unserem schnellen Spiel. Und Kritik von Spielern oder Coaches, wenn sie konstruktiv angewandt wird, ist ein Mittel, um aus erkannten Fehlern zu lernen.
Nun gibt es aber nicht nur fundierte Kritik, sondern wesentlich häufiger sieht man sich dem Vorwurf entgegen, "... heute mal wieder schlecht gepfiffen zu haben."
Diese Phrase sagt gar nicht aus, wenn keine
konkreteren Angaben gemacht werden können.
Da wir in einer modernen Welt leben, werden solche Kritiken nicht nur
unmittelbar auf dem Spielfeld, sondern natürlich auch im
weltweiten Internet geäußert.
Und wenn so was erst recht in "unserem Diskussionsforum" auftaucht,
muß man sich natürlich zur Wehr setzen.
Und da haut man sich also verbal die "Fäuste um die Ohren" und
benutzt genauso schlechte Gegenargumente.
Das ist nicht der richtige Weg, mit Kritiken dieser Art
umzugehen.
War man bei dem betreffenden Spiel anwesend, kann man die Situationen
aufführen und entsprechend aufklären.
Ansonsten sollte man sich zurückhalten.
Nun zu einem anderen Thema.
Verschiedentlich ist mir in den vergangenen Tagen zu Ohren gekommen,
dass Kollegen einige Spieler, die mit einem "dunklen Eyeshield" auf
das Feld kamen, diese nicht spielen ließen. Die Kollegen gaben
ein illegales Ausrüstungsteil als Begründung an.
Die "Eyeshields" wurden erstmalig in den NCAA
Regeln 1998 erwähnt und verboten wenn sie nicht durchsichtig
waren.
Wer jedoch unsere deutschen Regeln zu Rate zieht, findet dort keine
entsprechende Eintragung. Bei uns sind diese "Eyeshields" genauso
erlaubt, wie eine Sonnenbrille, die unter dem Helm getragen
wird.
Vor einigen Tagen habe ich folgende Anfrage bekommen.
Ist es ein Foul, wenn Offense Spieler, die sich
vor dem Snap in ihrem Dreipunktstand befinden und auf ihre Gegner
zeigen, mit ihren Fingern/Händen in die neutrale Zone
hineinragen (Encroachment)?
Wer die Regeln zu Rate zieht, findet unter 7-1-3a-3 eine Ausnahme zum
Encroachement. Dort heißt es: Ausnahme: Offense Spieler in
einer Scrimmage Kick Formation, die, nachdem der Snapper den Ball
berührt hat, auf gegnerische Spieler zeigen und ...
Okay, eine Scrimmage Kick Formation ist also
ausgenommen. Aber was, wenn sich die Offense nicht in einer Scrimmage
Kick befindet?
In diesen Fällen ist es mittlerweile gängige Praxis, dass
das simple Zeigen auf den Gegner, geduldet ist.
Das ist vergleichbar mit dem Quarterback, der sich bewegt (ein Bein
hochzieht, mit dem Kopf ruckt), um einem "Motion Man" anzuzeigen,
dass dieser seine Motion beginnen soll. Rein regeltechnisch ist
dieses Verhalten ein Shift, weil sich gleichzeitig zwei Offense
Spieler (QB und Motion Man) bewegten.
Wenn also die Offense Spieler, sich vor dem Snap langsam bewegen und
auf ihre Gegner zeigen und dabei in die neutrale Zone eindringen, ist
das geduldet.
Zeigen sie jedoch schnell oder ruckhaft auf ihre
Gegner, ist das ein False Start.
Soweit für diesen Monat.
P. S.: Für Fragen, Kritiken und / oder Anregungen habe ich immer ein offenes Ohr.
Bis dann