AMERICAN FOOTBALL SCHIEDSRICHTER
VEREINIGUNG DEUTSCHLAND

- Schiedsrichterlehrwart -

Hans Lämmerhirt - Rathelbeckstr. 264 - 40627 Düsseldorf
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Helm BRD

Juni 2000


Hallo Kollegen !!!

Da soll es doch tatsächlich Kollegen geben, die offensichtlich nicht lesen können.
Anders läßt es sich nicht erklären, wenn der Bundesschiedsrichterobmann eine Anweisung schriftlich weitergibt und die Kollegen sich nicht daran halten.
Oder können diese Kollegen lesen und verstehen einfach nicht, was mit den Anweisungen gemeint ist?
Nun, wie dem auch sei, dann versuche ich hier, dem einen oder anderen auf die Sprünge zu helfen.

Wenn in einem Stadion eine sichtbare Uhr vorhanden ist, die die Spielzeit anzeigt, gilt diese Uhr als offizielle Zeitnahme. Warum??
Weil diese Uhr von jedem im Stadion gesehen werden kann.
Der wichtigste Grund ist aber, dass der Bediener der Stadionuhr eine wesentlich bessere Übersicht hat als der Backjudge und daher die Signal der anderen Schiedsrichter auch besser sehen kann. Er muß keine Signale geben und kann sich nur auf seine Knöpfe konzentrieren. Daher hat er vermutlich auch die genauere Zeit und Abweichungen gehen eher zu Lasten des Backjudge.
Wenn eine solche Uhr vorhanden ist und damit die offizielle Zeitnahme darstellt, wird keine "Zwei-Minuten-Warnung" gegeben.

Nun gibt es aber eine zweite "Phrase" im Zusammenhang mit der Zeitnahme, wenn keine sichtbare Stadionuhr vorhanden ist und damit eine "Zwei-Minuten-Warnung" gegeben werden muß.

"Der 25-Sekunden-Countdown" wird für die "Zwei-Minuten-Warnung" nicht unterbrochen.

Aber der Reihe nach.
Die "Zwei-Minuten-Warnung" muß gegeben werden, wenn ungefähr noch zwei Minuten in einer Halbzeit zu spielen sind.
Da der Begriff "ungefähr" nicht genau ist und von fünf verschieden Menschen fünffach verschieden ausgelegt wird, wurde festgelegt, dass die "Zwei-Minuten-Warnung" nur dann gegeben wird, wenn 2:00 Minuten oder weniger zu spielen sind.

Läuft also die Uhr und der Referee gibt bei 2:15 den Ball zu einem Down frei, darf der Backjudge nicht abpfeifen, wenn seine Uhr 2:00 zeigt.
Der 25-Sekunden-Countdown wird nicht unterbrochen, die Uhr läuft weiter und der Backjudge hält die Uhr nach dem Down an und der Referee verkündet beispielsweise: "Es verbleiben noch 1:40 Spielzeit in dieser Halbzeit."
Dabei soll er möglichst vermeiden, den Begriff "Zwei-Minuten-Warnung" zu erwähnen, da dass nur zu Mißverständnissen bei Coaches und Spielern führen kann.

Liegt ein Team punktemäßig vorn und versucht, möglichst viel Zeit zu verbrauchen, kann es zu "illegalen Taktiken in Zusammenhang mit der Spielzeit" kommen.
Üblicherweise läßt das Team z. B. bei laufender Spielzeit den 25-Sekunden-Countdown verstreichen. Die fällige Spielverzögerung wird dann mit einer 5-Meterstrafe geahndet und der Referee ordnet an, dass die Spielzeit mit dem Snap startet.
Dieser Fall ist offensichtlich. Wie sieht es jedoch aus, wenn das Team ein anderes Foul, z. B. einen False Start begeht??

Auch in diesem Fall startet die Spielzeit nach der Strafdurchführung mit dem Snap, weil ansonsten das Team erneut 25 Sekunden vergehen lassen kann.
Und das gilt für alle Fouls, die in diesem Zusammenhang von der Offense verursacht werden.

Gibt die Offense an, dass man vorhat abzuknien, sollten die Schiedsrichter die Defense davon unterrichten und näher an die Kontrahenten heranrücken, um notfalls einschreiten zu können.
Wenn der Ballträger jedoch nicht abkniet, ist das eine Unsportlichkeit, auch wenn das nicht explizit in den Regeln aufgeführt ist und die Schiedsrichter müssen abpfeifen. Diese Unsportlichkeit wird mit einer 15-Meterstrafe als Dead Ball Foul geahndet und natürlich startet die Spielzeit erst mit dem Snap.

 

Soweit für diesen Monat.

P. S.: Für Fragen, Kritiken und / oder Anregungen habe ich immer ein offenes Ohr.

Bis dann

    Euer Hans

 

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