AMERICAN FOOTBALL SCHIEDSRICHTER
VEREINIGUNG DEUTSCHLAND

- Schiedsrichterlehrwart -

Hans Lämmerhirt - Rathelbeckstr. 264 - 40627 Düsseldorf
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Helm BRD

Mai 2000


Hallo Kollegen !!!

hin und wieder erreichen mich einige Nachrichtern, die ich für wert halten, dass sie in einem Bulletin veröffentlicht werden sollen.
So erreichte mich vor kurzem der Anruf eines Kollegen, der eine Nachfrage hatte.
Dazu folgende Situation:
Try von B's 3. Team A stellt sich in einer Scrimmage Kick Formation auf. Unmittelbar nach dem Snap greifen zwei benachbarte Defense Linespieler gleichzeitig den Snapper an, wobei einer hoch, der andere tief blockt. Auf eine entsprechende Nachfrage gibt der zuständige Schiedsrichter an, dieser Kontakt sei kein Foul, da es sich ja um zwei benachbarte Linemen gehandelt hätte.
Die Regel bezüglich Chop Block bezieht sich auf zwei benachbarte Linemen. Dabei ist es zwar unerheblich, ob es sich um Defense- oder Offense Linemen handelt, aber im vorliegenden Fall greift diese Regel nicht. Der Snapper in einer Scrimmage Kick Formation ist besonders geschützt. Er darf nach dem Snap erst angegriffen werden, nachdem eine Sekunde vergangen ist.
Weiterhin ist jedes tiefe Blocken verboten, wenn ein Scrimmage Kick aus einer Scrimmage Kick Formation erfolgt.
Demnach haben beide Defense Spieler gefoult (Angriff auf einen Snapper einer Scrimmage Kick Formation und verbotenes tiefes Blocken). Die Offense kann entweder den Punkt für das Fieldgoal annehmen und die Strafe wird beim anschließenden Kickoff geahndet oder den Try nach Distanzhalbierung wiederholen und versuchen, zwei Punkte zu erzielen.

Eine weitere Nachfrage ergab sich aus einem GFL-Spiel.
Bei diesem Spiel gab es eine Unzahl von Flaggen wegen Haltens durch die Defense.
Die Frage war, ob man diese Fouls auf jeden Fall ahnden sollte. Auch dann, wenn sie sich weit ab vom Ball ereignen.
Diese Überlegung kann man anstellen, wenn es sich um Fouls an den Scrimmage Lines handelt, also wenn die Linemen die Verursacher sind.
Handelt es sich bei den Verursachern jedoch um Defense Backs, die berechtigte Receiver festhalten, bin ich anderer Meinung.
Dazu die folgende Situation:
2. und 10 von A's 30. Der QB A-12 geht zurück, um einen Pass zu werfen. Er schaut nach links zu seinem Receiver A-88, der an A's 35 von einem Defender festgehalten wurde. Der QB muß weiter ausweichen und wird an A's 25 zu Boden gebracht.
Wie würdet Ihr bei dieser Situation entscheiden? Das Foul ereignet sich eindeutig nicht am Point of Attack. Aber hat es einen Einfluß auf das Spielgeschehen? Ich würde diese Frage bejahen.
Da es sich bei dem Spiel um ein Laufspiel gehandelt hat, wird die Strafe mit 10 Metern vom Previous Spot geahndet. Die Strafe beinhaltet KEINEN automatischen First Down.
Übergibt der QB A-12 bei der o. a. Situation von vornherein den Ball an einen Back zu einem Laufspiel und dann wird der Receiver festgehalten, sieht die Sache schon etwas anderes aus.

"Achte darauf, was du sagst und zu wem du es sagst".
An diesen Spruch halten sich unsere amerikanischen Kollegen und einige unsere deutschen sollten vielleicht erst einmal überlegen, bevor sie ihren Mund öffnen.
Folgendes soll sich während eines GFL-Spieles ereignet haben:
4. und 3 von B's 20, das Gastteam ist in Ballbesitz. QB A-12 nimmt den Snap und versucht sich durch die Line zu schieben. Der Linesman geht mit dem Ballträger mit und nimmt den Forward Progress an B's 22. Das Gastteam erhebt lautstark Protest und verlangt nach einer Flagge für einen Griff ins Helmgitter des Ballträgers. Der Linesman dreht sich um und sagt sinngemäß: "... war doch unabsichtlich!"
Ich glaube, dazu bedarf es keines anderen Kommentars.

sSoweit für diesen Monat.

P. S.: Für Fragen, Kritiken und/oder Anregungen habe ich immer ein offenes Ohr.

Bis dann

    Euer Hans

 

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